Unter Zykloplegie versteht man einen Zustand, bei dem der Ziliarmuskel des Auges medikamentös gelähmt wird, was zum Verlust der Akkommodationsfähigkeit der Linse führt und es ihr unmöglich macht, ihre Krümmung zu verändern, um scharf in der Nähe zu sehen. Dieser Zustand wird durch die Anwendung von Zykloplegie-Augentropfen erreicht, die Wirkstoffe aus der Gruppe der Muskarinrezeptor-Antagonisten (Parasympathikolytika) enthalten, wie beispielsweise Cyclopentolat, Atropin, Tropicamid oder Homatropin, die die Leitfähigkeit des N. oculomotorius im Bereich der Innervation des Ziliarmuskels blockieren. Verschiedene zykloplegische Präparate zeichnen sich durch unterschiedliche Wirkdauern aus – von einigen Stunden bei Tropikamid bis zu sogar 7–14 Tagen bei Atropin –, was bei der Auswahl des Medikaments für die jeweilige klinische Situation von Bedeutung ist. Die Zykloplegie ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer genauen Refraktionsuntersuchung bei Kindern und jungen Erwachsenen, da sie den Einfluss der Akkommodation eliminiert, der den tatsächlichen Refraktionsfehler verschleiern kann, insbesondere bei einer latenten Weitsichtigkeit.